Samstag, 14. März 2009

17-jähriger Amokläufer richtet Blutbad an

Die ersten Schüssen fielen in einer Realschule in Winnenden. Der 17-jährige Amokläufer richtete ein Blutbad an. Auf seiner Flucht konnte der Täter erschossen werden.

Freitag, 13. März 2009

Polizei weist Pannen-Vorwurf zurück

Der angebliche Ermittlungserfolg erwies sich als Falschinformation: Tim K. hat den Amoklauf nicht von seinem Computer aus im Internet angekündigt. Die Polizei weist den Vorwurf einer Panne jedoch zurück - und verteidigt Baden-Württembergs Innenminister Rech.

Winnenden - Die Ermittler werden nach Einschätzung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger, CDU, noch mindestens zwei Tage brauchen, um den angeblichen Chat-Eintrag des Amokläufers Tim K. zu prüfen. Das sagte Oettinger am Freitag in Winnenden.

Die Polizei hatte am Donnerstagabend eingeräumt, es gebe entgegen früheren Angaben doch keine Beweise, dass Tim K. seine Bluttat zuvor im Internet angekündigt hat. Auf seinem Computer hätten sich keine entsprechenden Daten befunden.Jetzt prüfen die Ermittler, ob der 17-Jährige den Eintrag von einem anderen Computer verfasst haben könnte. Laut einem Polizeisprecher suchen die Ermittler nach weiteren Rechnern im Umfeld des Täters. Auf dem beschlagnahmten Gerät von Tim K. seien "keine Hinweise" darauf, das der Täter seinen Amoklauf in einem Chatroom angekündigt habe, bestätigte ein Polizeisprecher. Möglicherweise habe Tim K. die Drohung jedoch auf einem anderen PC geschrieben. "Ob der Täter einen Laptop hatte, wissen wir noch nicht." Zudem wollte die Polizei im Laufe des Tages erneut die beiden Jugendlichen vernehmen, die den Ermittlern von dem Gespräch im Forum berichtet hatten.

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag hatte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech den Internet-Eintrag vorgelesen. Später hatte er ihn eindeutig Tim K. zugeschrieben mit der Begründung, Ermittler hätten entsprechende Daten auf dem Computer des Amokläufers gefunden. Am Abend sah sich der Minister zu einer spektakulären Kehrtwende gezwungen: Der Amoklauf sei womöglich doch nicht im Internet angekündigt worden.

Untersuchungen ein "dynamischer Prozess"

Die Polizei hat jedoch den Vorwurf von Ermittlungspannen zur Echtheit der Internet-Ankündigung des Amoklaufs von Winnenden zurückgewiesen. Die Untersuchungen zu den Hintergründen der Tat seien ein "dynamischer Prozess", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag in Waiblingen. Bei solchen Vorkommnissen überschlügen sich die Ereignisse "von Minute zu Minute". Die Polizei betreibe eine sehr schnelle Pressearbeit. Dabei könne es auch vorkommen, dass Ergebnisse vor Bekanntgabe nicht "minutiös" überprüft werden könnten und sich im Nachhinein noch änderten.Die Erklärung von Rech und die Bestätigung der Staatsanwaltschaft, dass auf Tim K.s Computer Daten gefunden worden seien, die sich dem Internet-Eintrag zuordnen ließen, war auch für SPIEGEL ONLINE der zentrale Hinweis, dass die Behörden den Forumseintrag ernst nehmen und eine Bestätigung für seine Echtheit haben. Ein Screenshot, ein Bildschirmfoto der angeblichen Ankündigung hatte der Redaktion bereits am Mittwochnachmittag vorgelegen - dieser war jedoch aus verschiedenen Gründen als wenig glaubwürdig eingestuft worden. Die Versicherungen von Rech und der Staatsanwaltschaft schienen diese Zweifel zu entkräften.

"Eine schlimme Falschmeldung"

Umgehend veröffentlichten auch mehrere Nachrichtenagenturen die angebliche Amok-Ankündigung als Eilmeldung - damit war die Nachricht in der Welt: Tim K. habe von seinem Computer aus im Internet den Amoklauf angekündigt.

Nach der Pressekonferenz hatte sich der Betreiber der Seite krautchan.net, auf der der Chat stattgefunden haben soll, gemeldet, und mitgeteilt, bei den von Rech präsentierten Einträgen handele es sich um eine Fälschung.

Nach Angaben der Ermittler kann nur der Betreiber des Servers in den USA sagen, wer, was und ob überhaupt etwas ins Netz eingestellt worden ist.Die Südwest-SPD hatte das Informations-Durcheinander als "peinlich" gerügt. SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel kritisierte deswegen auch Rech. "Hier geht Genauigkeit vor Schnelligkeit. Man muss nicht immer mit sekundenschnellen Botschaften an die Öffentlichkeit gehen", sagte Schmiedel.

Außerdem habe auch die Kommunikation zwischen den Schulen nach dem Amoklauf nicht richtig funktioniert. "Es gab keine direkte Alarmierung der Schulen in der Umgebung." Dieses Problem müsse "dringend aufgearbeitet" werden.

han/dpa/ddp/AP

Innenminister Rech nennt Kritik beschämend

Baden-Württembergs Innenminister Rech wollte einen schnellen Fahndungserfolg: Er gab eine offenbar gefälschte Internetbotschaft als Tim K.s Amok-Ankündigung aus - und wird dafür heftig kritisiert. Der falsche Hinweis stammte von der Polizei, die den Minister nun in Schutz nimmt.

Berlin/Stuttgart - Baden-Württembergs Innenminister gilt als bedächtiger Mann. Eine gewisse Eitelkeit sei Heribert Rech nicht abzusprechen, ist über den graumelierten CDU-Mann zu hören. Aber der 59-Jährige gehöre nicht zu den Politikern, die ständig Schlagzeilen produzieren und im Mittelpunkt stehen wollen. Nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen ist allerdings genau das passiert: Rech sorgte am Donnerstag gleich für zwei Schlagzeilen, die ihn auch 24 Stunden später noch im Mittelpunkt stehen lassen. Die erste lautete: "Tim K. hat zweifelsfrei seine Tat im Internet angekündigt." Die zweite, ein paar Stunden später: "Irgendein Verrückter hat wohl eine schlimme Falschmeldung in die Welt gesetzt."

Claus Schmiedel, SPD-Fraktionschef im baden-württembergischen Land, warf Rech am Freitag eine voreilige Informationspolitik nach dem Amoklauf vor. "In solchen Fällen geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit", sagte Schmiedel. "Sehr peinlich" sei der Auftritt des Innenministers gewesen.

Der Minister hatte auf der Pressekonferenz am Donnerstag die angebliche Onlinekonversation zwischen Tim K. und einem Chatfreund wiedergegeben. Darin der Satz: "Ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen." Rech berichtete, der Hinweis auf den Eintrag beim Internetforum Krautchan sei am Mittwochabend vom Vater eines 17-Jährigen aus Bayern gekommen.Offensichtlich war man so glücklich über den vermeintlichen Coup, dass darüber alle ermittlerische Sorgfalt vergessen wurde. Beispielsweise, die Festplatte von Tim K. zu prüfen: Ein LKA-Beamter sei dem Hinweis des Mannes aus Bayern nachgegangen, heißt es aus der zuständigen Polizeidirektion Waiblingen. Das reichte der Ermittlungsgruppe aus, um diese Information postwendend an die Staatsanwaltschaft und den Innenminister weiterzugeben. Der wurde erst kurz vor der Pressekonferenz unterrichtet. Rech sprach nicht von einem vorläufigen Stand der Ermittlungen - auch wenn er das inzwischen so gemeint haben will - sondern von einer Tatsache.

Thomas Maile, Sprecher der Waiblinger Polizei, sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir sind der Meinung, wir geben alles heraus, was wir wissen." Möglicherweise hätte sich der Innenminister diese freizügige Informationspolitik bei einem so schwergewichtigen Vorfall nicht zu eigen machen sollen. Hans Georg Junginger, Chef des Innenausschusses im Stuttgarter Landtag, wirft dem Minister eine "Fehlleistung" vor. "Aus meiner Sicht war es nicht gerechtfertigt, das so schnell in die Öffentlichkeit zu bringen", sagte der SPD-Politiker SPIEGEL ONLINE. Doch was wäre, fragt sich Polizeisprecher Maile, "wenn wir eine Information dieser Tragweite zurückgehalten hätten?". Ähnlich wie der Polizeisprecher rechtfertigte sich Rech in einer schriftlichen Erklärung gegen die Vorwürfe. Es sei richtig gewesen, die Öffentlichkeit über die angebliche Ankündigung des Blutbads im Internet zu informieren. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Donnerstagmittag seien die Ermittler überzeugt gewesen, dass sich der Amokläufer wenige Stunden vor der Tat in einem Chatroom offenbart habe. Außerdem sei nach wie vor möglich, dass Tim K. den Chat von einem anderen Computer aus geführt habe. Das werde überprüft. Wie die SPD von einer "peinlichen Panne" zu sprechen, sei "beschämend", sagte der Minister.

Für Rech spricht, dass die Ermittler Innenministerium und Staatsanwaltschaft die Chat-Information nach Informationen von SPIEGEL ONLINE als sogenannte gesicherte Erkenntnis weitergaben. Auf so etwas habe sich ein Minister zu verlassen, hieß es aus der Innenbehörde eines anderen Bundeslandes.Das erklärt allerdings nicht, warum Rech und die Staatsanwaltschaft noch am Donnerstagnachmittag bei ihrer Darstellung blieben, obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon erhebliche Zweifel gab, ob die Ankündigung tatsächlich von Tim K. stammte. Das Portal Krautchan hatte schon kurz nach der Pressekonferenz mitgeteilt, bei dem Eintrag handele es sich um eine Fälschung. Auch SPIEGEL ONLINE hatte Zweifel an der Echtheit der Ankündigung: Ein Screenshot, ein Bildschirmfoto des angeblichen Postings, hatte der Redaktion bereits am Mittwochnachmittag vorgelegen, war jedoch aus verschiedenen Gründen zunächst als wenig glaubwürdig eingestuft worden.

Am Donnerstagabend musste Claudia Krauth, Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stuttgart, schließlich einräumen: "Wir sind wie vor den Kopf gestoßen." Man sei "fest davon ausgegangen, dass der Eintrag stimmt, weil wir ihn auf dem Computer des Amokläufers gefunden haben".

Auch Oettinger verteidigt Rech

Auch das baden-württembergische Staatsministerium nimmt den Minister in Schutz: Rech habe über den aktuellen Stand der Ermittlungen berichtet, hieß es im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, das sei sein Recht und seine Pflicht. Auch Ministerpräsident Günther Oettinger, so ist zu hören, stehe voll und ganz hinter der Linie seines Innenministers. Dagegen ist man im Innenministerium auf die Ermittler - verständlicherweise - sauer. Zumindest in diesem Punkt haben sie schlampig gearbeitet. Waiblingens Polizeisprecher Maile sieht das anders. "Wir sind sehr stolz darauf, was die Kollegen vor Ort leisten", sagt er. Die Rechtfertigung seiner Sprecher-Kollegin gegen den Pannen-Vorwurf: Die Ermittlungsarbeit sei eben "dynamisch".

Am Donnerstag hatte es gar nicht schnell genug gehen können - jetzt nimmt man sich alle Zeit, bis die Panne endgültig eingestanden wird: Ministerpräsident Oettinger persönlich kündigte am Nachmittag an, die Überprüfungen der Ermittler würden sicher noch zwei Tage dauern.

Donnerstag, 5. März 2009

Kassams hit Israel after Gaza attack

JERUSALEM (JTA) -- At least five Kassam rockets were fired at southern Israel in apparent response to an Israeli Air Force attack in central Gaza.

The Air Force stuck a squad of armed Palestinian men near the security fence in the central Gaza Strip Thursday morning, according to the IDF spokesperson. The squad was identified after firing an anti-tank missile at an IDF patrol along the security fence. At least three of the gunmen were killed, according to reports.

At least five rockets were fired into Israel Thursday following the operation in Gaza. No injuries or damage were reported. Islamic Jihad's al-Quds Brigades claimed responsibility for the Kassams.

Israel's operation Thursday morning was part of a Wednesday evening attack on a vehicle in Gaza which killed a senior commander of Islamic Jihad and second terrorist, according to the IDF spokesperson.

Mittwoch, 4. März 2009

Deutsche Fregatte nimmt erstmals Piraten gefangen

Im Golf von Aden konnte die deutsche Marine einen Angriff von Piraten vereiteln. Diese hatten den Frachter einer deutschen Reederei mit Panzerfaust und Schusswaffen unter Beschuss genommen. Gemeinsam mit einem Hubschrauber der US-Armee nahmen deutsche Soldaten neun Piraten in Gewahrsam.Erstmals hat die deutsche Marine bei ihrem Einsatz vor der somalischen Küste Piraten festgesetzt. Neun Männer wurden im Golf von Aden nach einem Einsatz der Fregatte „Rheinland- Pfalz“ in Gewahrsam genommen, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (Geltow/Brandenburg) mit. Weder bei dem Angriff der Piraten auf ein Handelsschiff noch bei der Enterung ihres Bootes durch deutsche Soldaten habe es Verletzte oder Sachschäden gegeben, sagte ein Sprecher. Die Piraten werden zunächst an Bord der Fregatte bleiben.Die Bundesregierung muss nun erstmals darüber entscheiden, was mit den Piraten in deutschem Gewahrsam geschieht. Dies gilt als rechtlich höchst kompliziert, da unter anderem geklärt werden muss, inwieweit deutsche Rechtsgüter betroffen sind, ob die Piraten an andere Staaten übergeben werden müssen oder in Deutschland verfolgt werden. Eine speziell eingerichtete Kommission der Staatssekretäre der vier Ministerien für Inneres, Justiz, Verteidigung und Außen prüft den Fall. Ein Beschluss wurde nicht mehr erwartet. Die Piraten seien bereits zum Sachverhalt vernommen worden, hieß es.

Die für diesen Einsatz der deutschen Marine zuständige Hamburger Staatsanwaltschaft legte einen „Beobachtungsvorgang“ an, teilte Sprecher Wilhelm Möllers mit. „Zur Zeit warten wir auf weitere Informationen durch die Polizeibehörden.“

Nach Bundeswehrangaben sendete das Handelsschiff „MV Courier“ der deutschen Reederei Gebrüder Winter um 07.12 Uhr den Notruf, dass es von Piraten mit Panzerfäusten und Schusswaffen angegriffen wird. Sowohl die US-Marine als auch die deutsche Marine schickten Bordhubschrauber zu Hilfe. Die „Rheinland-Pfalz“ war noch 50 Seemeilen vom Tatort entfernt. Die Hubschrauber-Besatzungen vereitelten den Angriff.

Kurze Zeit später erreichte die deutsche Fregatte das Piratenschiff. Bundeswehrsoldaten enterten das offene Boot gegen 10.00 Uhr, sicherten Beweismittel und brachten die neun Männer auf die Fregatte. Ein Teil der Piraten soll aus dem Sudan kommen. Die Besatzung des Handelsschiffes stammt zum Teil von den Philippinen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erklärte: „Das zeigt, wie effektiv die Operation Atalanta ist.“ Die EU-Mission „Atalanta“ war im Dezember vorigen Jahres gestartet worden, um Piraten-Überfälle auf Privat- und Handelsschiffe im Seegebiet vor der somalischen Küste und im Golf von Aden zu verhindern. 2008 kaperten Seeräuber dort mehr als 200 Schiffe und erpressten Millionen Dollar Lösegeld. Deutschland beteiligt sich an der Mission mit einer Fregatte und 230 Soldaten.

Montag, 2. März 2009

White House Lets Limbaugh Be Voice Of GOP Opposition

By Howard Kurtz
Washington Post Staff Writer
Tuesday, March 3, 2009; Page A04

If White House officials were trying to elevate Rush Limbaugh to the leader of the opposition, they may have succeeded.

After the radio host delivered a raucous red-meat speech Saturday afternoon at the Conservative Political Action Conference, White House Chief of Staff Rahm Emanuel said on CBS's "Face the Nation" the next day: "He is the voice and the intellectual force and energy behind the Republican Party, and he has been upfront about what he views, and hasn't stepped back from that, which is he hopes for failure."

White House spokesman Robert Gibbs added his voice yesterday, saying reporters should ask Republicans "whether they agree with what Rush Limbaugh said . . . in wishing and hoping for economic failure in this country."

Limbaugh, a master at drawing media attention, has filled a vacuum for the GOP since the election, and Emanuel's comments served only to further boost his prominence. Limbaugh fired back on his show yesterday, saying the White House is trying to "malign me, take me out of context" and "attach it to the Republican Party in general, because President Obama wants no debate." He said that this is "a game of manipulation emanating from the Oval Office," and that he wants Obama's "socialist" policies to fail, but added that he does not want to see the economy and stock market tank. But White House officials contend that, with Limbaugh commanding more airtime than any other prominent Republican, they are obliged to respond to his call for the president's failure -- which they are more than happy to equate with financial ruin.

Republican National Chairman Michael S. Steele distanced himself from the radio host's commentary over the weekend, telling CNN's D.L. Hughley that Limbaugh is "an entertainer," not a party leader, adding: "Yes, he's incendiary. Yes, it's ugly."

But Steele said yesterday that he tried to reach Limbaugh to assure him of his "enormous respect," telling Politico: "I was maybe a little bit inarticulate. . . . There was no attempt on my part to diminish his voice or his leadership." In his CBS interview, Emanuel said of Limbaugh that "whenever a Republican criticizes him, they have to run back and apologize to him and say they were misunderstood."

Liberal bloggers denounced Limbaugh's hour-long address, which was carried live by Fox News and CNN, with Huffington Post's Taylor Marsh calling it "a rambling, sometimes incoherent, self-indulgent mess." Limbaugh, who often assails the "drive-by media," has been a leading provocateur on the right for two decades. House Republicans named him an honorary member of Congress after he aided the GOP takeover in 1994. In January, then-President George W. Bush held a White House luncheon in his honor.

Among the points in his speech that drew the greatest ire were:

-- "There will be more controls over what you can and can't do, how you can and can't do it, what you can and can't drive, what you can and can't say, where you can and can't say it."

-- "They don't have the right to take money that's not theirs, and none of it is, from back pockets of producers and give it to groups like ACORN. . . . If anybody but government were doing this, it would be a crime."

-- "They have destroyed poor families by breaking up those families, by offering welfare checks to women to keep having babies, no more father needed."

Latest sell-off signals worse recession than expected

By WILL DEENER / Special Contributor

Night, it seems, has descended upon the stock market.

Emotional despair among investors has pushed the Dow Jones industrial average down to levels not seen in more than a decade. This old warhorse of stock indexes breached the psychological barrier of 7,000 on Monday as it fell 299 points, or about 4 percent.

The index of 30 blue-chip stocks hasn't traded this low since May 1997. For disillusioned investors, such a technical barrier is far less significant than the real losses they have suffered.

Millions of average investors have lost about half of the value of their stock holdings as the Dow has plummeted from its all-time high of 14,164 in October 2007 to its Monday close of 6,763. The bear market has now wiped out some $10.4 trillion in stock market value.

"The number 7,000 is not what is important," said Hugh Johnson, chairman of Illington Advisors in Albany, N.Y. "What is important to everyone is the message that the market is sending us with these losses."

And that message is that the current recession probably will be longer and more severe than most people expected. For months, the consensus on Wall Street was that the low of 7,500 that the Dow hit in November 2008 would mark the bear market bottom.

Many market analysts predicted that while the Dow would "retest" that low, it would not break through it. They were wrong. The scary thing now is where the Dow and the broader Standard & Poor's 500 index will make their next stand.

"If we don't hold at around this level, I could see the Dow at 5,000," said Howard Simons, a market strategist at Bianco Research, a market research firm.

"I certainly believe we have further to go down."

Similarly, many experts thought the S&P 500 would hold at 750, but it recently breached that level and closed at 700 on Monday. Now, they worry that the next stop for the index could be 500.

"This is just terribly, terribly disturbing," said Johnson, who is typically one of the more optimistic analysts.

Monday's sell-off was triggered by the staggering $61.7 billion quarterly loss at insurer American International Group Inc. This was the largest quarterly loss ever recorded by a U.S. corporation.

On the taxpayers

The government has tried to prop up the ailing company, and that leaves taxpayers on the hook for some $163 billion. Simons said this latest announcement just reminds investors that the nation's financial system and economy are in shambles and taxpayers are going to have to pony up the money to stabilize things.

"But so far the actions taken by the government have not done much to correct the problems," Simons said.

In a recent interview, John Bogle, founder of the $68 billion Vanguard 500 index fund, predicted that the recession may last until 2011.

With this almost daily deluge of bad economic news, stock investors seem to have just given up.

"Abandoned hope is one of the scariest things I see," Simons said. "But this is America, and we don't give up, so we'll eventually get through this."

Unpredictable earnings

Obviously, investors would like to know whether we are getting close to a market bottom. The problem with forecasting a bottom is that it depends on assumptions about corporate earnings, stock dividends and the value of companies. In the current environment, these assumptions "are not worth the paper they are written on," said Johnson of Illington Advisors.

For example, the 2009 earnings-per-share estimate for the companies in the S&P 500 is $62.20. That figure is only 12 percent below last year's estimate. Simons and other analysts believe that earnings estimate is much too high, given the losses that are expected in corporate America this year.

"I mean, come on. All the banks are losing money, and many other companies are losing massive amounts of money," Simons said. "I would think a more realistic number would be $50 a share."

Earnings are, of course, the mother's milk of stock prices. So while it may seem that stocks are "cheap" now given how much the market has dropped, many investors just don't believe the estimates, and they are not buying stocks with any enthusiasm, he said.

"I just don't think people believe they can make any money in the stock market now," Simons said. "Cash is king for now."

Ironically, it is just this kind of investor "capitulation" that typically marks the end of bear markets, said James Stack, a market strategist at InvesTech Research.

"Capitulation occurs when investors ultimately decide to abandon the stock market in lieu of safer alternatives," Stack said. "It is often accompanied by panic selling and steep declines on high volume."

A positive outlook?

That's why he and some other money managers are starting to turn slightly more positive on the market. There is a chance this could be one of the best buying opportunities in years, but it is still much too early to know, he said.

Johnson agreed, saying those who say stocks are cheap at these levels "may be basing that opinion on shaky assumptions."

Further, investors should always remember that the stock market is a leading economic indicator. In other words, it telegraphs where the economy might be in six to nine months.

"And right now, the stock market is sending a very gloomy, yet clear message," Johnson said. "And that is that the outlook for the economy in 2009 and 2010 will be much worse than people expected."

Sonntag, 1. März 2009

Der Wiederaufbau kostet 2,8 Milliarden

Jerusalem. Endlich ist er da, der in Nahost so ersehnte Regen. Doch für tausende Ausgebombte in Gaza bedeutet er zusätzliche Härten. So auch für Suad Abed Rabbo, die mit ihrer Familie am Rande von Dschabalja lebt. Ihr Haus liegt in Schutt und Asche nach der israelischen Offensive im Januar. Um Brot backen zu können, so hat Suad Abed Rabbo es Helfern vom Internationalen Roten Kreuz (ICRC) geschildert, schickt sie in Herrgottsfrühe ihren Sohn Nasser los. Der sammelt Pappkartons und Holzreste von der Straße, damit die Mutter die Kochstelle anfeuern kann. Im Regen aber ist kein brennbarer Müll zu finden.

Und auch jene, die noch ein eigenes Dach über dem Kopf haben, bibbern. Viele Häuser sind ohne Fenster. Plastikfolien zum notdürftigen Abdichten halten den Sturmböen nicht stand. Glas ist nur auf dem Schwarzmarkt zu kriegen und teuer. Die Hamas hat damit kein Problem. Die zerborstenen Fenster der Islamischen Universität, die gerade ins neue Semester startet, sind repariert.
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Tausende Häuser zerstört

Die Kriegsfolgen gehen eindeutig zu Lasten der Zivilbevölkerung. In Zusammenarbeit mit dem Roten Halbmond hat das ICRC in Gaza 2800 komplett zerstörte und 1900 schwer beschädigte Wohnhäuser aufgelistet. Außerdem sind durch Beschuss 690 Industrieanlagen ruiniert. Der Gesamtschaden dürfte noch größer sein, weil Zehntausende Gebäude Treffer abbekamen ist. Hinzu kommt kaputte Infrastruktur, wie Straßendecken, die von Panzerketten aufgerissen wurden, eingestürzte Brücken und zerstörte Agrarfelder, ganz zu schweigen von Rehabilitationskosten für Schwerverletzte. Die von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas eingesetzte Autonomieregierung in Ramallah hat ausgerechnet, dass 2,8 Milliarden US-Dollar für Wiederaufbau und Begleithilfen erforderlich sind. Die Bilanz beruht auf Zahlen der Weltbank, UN sowie Nichtregierungsorganisationen, da die Fatah keine eigenen Stellen in dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen unterhält.

Die internationale Geberkonferenz, die auf Einladung der Ägypter am Montag in Scharm el Scheich zusammenkommt, wird das Geld schon auftreiben. Finanzkrise hin oder her: Wer zahlt, sichert sich die Chance, den Einfluss Irans in dieser Region zurückzudrängen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kündigte vor seinem Abflug zu der Konferenz an, Deutschland werde sich an den gemeinsamen Wiederaufbauanstrengungen "substantiell beteiligen". Nach Informationen aus Delegationskreisen hat Steinmeier ein Hilfspaket von "deutlich mehr als 100 Millionen Euro" für 2009 im Gepäck. Das Geld soll der palästinensischen Autonomieregierung zur Verfügung gestellt werden. Die USA wollen 960 Millionen Dollar in den Wiederaufbau investieren. Die EU winkt mit 436 Millionen Euro. Den Rest dürften die Saudis und arabische Staaten rüberschieben. Schon deshalb wird Israel kaum herangezogen werden, als Kriegspartei den Schaden mit zu begleichen.

An Geld dürfte der Wiederaufbau nicht scheitern, eher an der Umsetzung. Bislang lässt Israel nur einzeln aufgelistete Güter nach Gaza rein. Selbst Nudeln waren bisher tabu, wie der US-Demokrat John Kerry bei seinem Gaza-Besuch herausfand. Erst auf sein Betreiben hin durfte eine Spaghetti-Ladung durch. Ohne offene Grenzen für den Aufbau, langfristigen Waffenstillstand sowie eine akzeptierte Aussöhnung zwischen Hamas und Fatah hat Gaza keine Zukunft. Norwegen plant denn auch eine Folgekonferenz zu Scharm el Scheich. Spätestens dann sollen die Israelis dabei sein.

Olmert droht Palästinensern

Doch nach neuen Raketenangriffen militanter Palästinenser drohte der scheidende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert am Sonntag mit einer harten Reaktion Israels. Er kündigte zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung eine "schmerzhafte und kompromisslose Antwort" an, sollte der Raketenbeschuss weitergehen.

In der Nacht hatten militante Palästinenser im Gazastreifen erneut eine Rakete auf Israel abgefeuert, die südlich der Küstenstadt Aschkelon einschlug. Seit Freitag seien elf Raketen auf Israel abgeschossen worden, sagte ein israelischer Armeesprecher am Sonntag. Seit Ende der blutigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen am 18. Januar hätten militante Palästinenser mehr als 120 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert.
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Lions DE Corey Smith missing off Florida coast

Lions free-agent defensive end Corey Smith is among a group of four boaters the U.S. Coast Guard is searching for off the coast of Tampa after the group did not return from a fishing trip that left shore early Saturday, the Coast Guard said.Smith, who spent the past three seasons with the Lions, was with a group of friends that left shore near Clearwater Pass around 6:30 a.m. Saturday in a 21-foot center-console boat, the U.S. Coast Guard said. The Coast Guard is using a 47-foot boat, a helicopter and an airplane to search a 750-square mile area west of Clearwater Pass.

Other people on the boat were identified as Oakland Raiders linebacker Victor (Marquis) Cooper, Will Bleakley and Nick Schuyler. Cooper and Smith played together with the Tampa Bay Buccaneers in 2004. The St. Petersburg Times on its Web site identified Bleakley and Schuyler as former University of South Florida players.

The Lions issued a statement about the incident.

“We are closely monitoring the Coast Guard reports involving a missing fishing boat off the Gulf Coast of Florida,” the statement said. “We have been informed by the Coast Guard that one of the passengers is Corey Smith, who played for the Lions the past three seasons.

“We will continue to gather more information while maintaining constant communication with the Coast Guard and local Florida authorities.

“First and foremost, however, is that our thoughts and prayers are with all the passengers, their families and all those involved in the search efforts.”

Smith’s agent, Ron Del Duca, last spoke with Smith on Friday and has remained in contact with the Coast Guard.

“My thoughts and prayers are with Corey and the other people on the boat right now,” Del Duca wrote in an e-mail to the Free Press. “I have been in touch with the Coast Guard, and they are using all available resources to locate these guys.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Frau scheitert mit Klage auf halbe Million Euro

Knapp 500.000 Euro wollte eine Frau von der Versicherung R+V einklagen, weil sie sich diskriminiert fühlte. Sie hatte für R+V gearbeitet und war als Schwangere auf eine schlechter bezahlte Stelle versetzt worden. Dies sei zwar nicht in Ordnung gewesen, fand das Gericht. Die verlangte Summe sprach es der Frau aber nicht zu.
Im Prozess um die Rekordforderung von fast 500.000 Euro Schadenersatz wegen Diskriminierung hat die Klägerin vom Arbeitsgericht Wiesbaden lediglich 10.800 Euro zugesprochen bekommen. Die türkischstämmige Mitarbeiterin der Versicherung R+V wollte von ihrem Arbeitgeber 433.000 Euro als Ausgleich für Einkommenseinbußen und mindestens 44.000 Euro Schmerzensgeld erstreiten. Es war die höchste bisher in Deutschland verhandelte Summe wegen Diskriminierung.
Die Versicherungsberaterin aus Saulgau in Oberschwaben hatte sich benachteiligt gefühlt, weil R+V ihre Stelle wegen ihrer Schwangerschaft an einen Nachfolger vergeben hatte. Der wurde nach Darstellung der Frau auch noch besser bezahlt. Sie selbst war auf einen schlechter dotierten Posten in Bad Schussenried versetzt worden. Das Gericht erklärte die Versetzung für nichtig, sie sei eine „Benachteiligung der Klägerin aufgrund ihrer Mutterschaft und damit wegen ihres Geschlechts“.
Weiter hatte die Frau geltend gemacht, sie sei als geborene Türkin benachteiligt worden. Dem folgte das Gericht nicht. Es legte der Klägerin die Prozesskosten auf. Bei dem Streitwert von knapp einer halben Million Euro betragen allein die Gerichtskosten etwa 5900 Euro, dazu kommen die Anwaltskosten.
Die Klage stützte sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dieses war nach einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) zum Schutz vor Diskriminierungen vor rund zweieinhalb Jahren in deutsches Recht umgesetzt worden. Es basiert mit einigen Änderungen auf dem zuvor nicht in Kraft getretenen Antidiskriminierungsgesetz der rot-grünen Bundesregierung. Es soll Diskriminierungen in der Arbeitswelt und im sonstigen täglichen Leben entgegenwirken.
Betroffen sind das Arbeits-, Zivil-, Beamten- und Sozialrecht. Im Arbeitsrecht setzt das Gesetz die EU-Vorgaben eins zu eins um und nimmt folgende Diskriminierungsmerkmale auf: Geschlecht, Rasse oder ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Alter, Behinderung und sexuelle Identität.

Im Zivilrecht wollte die EU nur Benachteiligungen wegen Rasse, ethnischer Herkunft und Geschlecht schützen. Das deutsche Gesetz nimmt auch die im Arbeitsrecht geltenden weiteren Benachteiligungsverbote auf. Im Streitfall muss der Arbeitgeber beweisen, dass eine unterschiedliche Behandlung erlaubt war.

www.welt.de

Mittwoch, 12. November 2008

Ölpreis fällt auf 20-Monats-Tief

Der Preis für ein Barrel Öl ist so niedrig wie seit März 2007 nicht mehr. Das Barrel kostet nur noch 58,55 Dollar. Grund für den Preisrückgang: Selbst Ölhändler sind jetzt davon überzeugt, dass die Weltwirtschaft auf eine Krise zusteuert. Auch China kann den Preisverfall nicht mehr stoppen.Der Ölpreis ist auf den tiefsten Stand seit 20 Monaten gefallen. Am Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) nur noch 58,55 Dollar im Computerhandel. Damit setzt sich der jüngste Preisrückgang fort, der am Dienstag mit einem Fall von mehr als drei Dollar begonnen hatte. Unter den Ölhändlern setzt sich nach Einschätzung von Marktkennern die Meinung durch, dass die Weltwirtschaft auf eine härtere Krise zusteuert als bisher angenommen wurde. Dazu kommt die Befürchtung, auch die Ölnachfrage aus China könnte gedämpft werden.

Bisher sah es so aus, als würde ein Rückgang der Ölnachfrage in den USA und Europa von steigenden Bestellungen aus China und Indien ausgeglichen. Die Bank Morgan Stanley hatte diese Woche ihre China-Wachstumsprognose für 2009 zusammengestrichen.Mit dem jüngsten Preisrückgang sind zwei Produktionskürzungen der OPEC bisher verpufft. Der Premierminister des Ölscheichtums Katar, Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabr Al-Thani, bezeichnete am Dienstag einen Ölpreis zwischen 70 und 90 Dollar als fair. Damit könne die teure Suche nach neuen Quellen weiter finanziert werden. Katar und andere Länder der OPEC finanzieren mit den Öleinnahmen aber auch einen großen Teil ihrer Staatshaushalte.


AP

Taliban warnen Obama

Die afghanischen Taliban haben vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama einen klaren Bruch mit der Außenpolitik seines Vorgängers George W. Bush gefordert.

Wie das auf die Beobachtung extremistischer Gruppen spezialisierte US-Unternehmen Site am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, warnten die Taliban Obama in einer Erklärung davor, „in Bushs Fußstapfen zu treten“. Die Wirklichkeit in Afghanistan sowie die Erwartungen der US-Bürger, die sich im Wahlverhalten gezeigt hätten, verlangten von Obama, sämtliche Methoden Bushs zu meiden. Falls Obama „die Besetzung Afghanistans und des Irak“ fortsetze, werde das Schicksal der Demokraten „sogar noch beschämender und verachtenswerter ausfallen“ als das der Republikaner.

Offenbar direkte Verhandlungen mit Taliban anvisiertDie „Washington Post“ hatte am Dienstag berichtet, Obama befürworte zur Beilegung des Konflikts in Afghanistan Gespräche mit den radikalislamischen Taliban. Unter Berufung auf Obamas Berater hieß es, Verhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und „reuigen“ Taliban würden von der künftigen US-Führung unterstützt. Außerdem wolle Obama den Iran in eine regionale Strategie für Afghanistan einbinden.

Zuvor hatte Obama bereits angekündigt, die US-Truppen aus dem Irak nach Hause zu holen; gleichzeitig will er die Truppenstärke in Afghanistan aufstocken. Bereits drei Tage nach der Präsidentenwahl riefen zwei Gruppen Aufständischer im Irak Obama laut Site zu einem Truppenabzug aus ihrem Land auf. Die Echtheit der den Taliban zugeschriebenen Erklärung konnte zunächst nicht bestätigt werden.

stj/AFP/AP

Sonntag, 21. September 2008

Offenbar ein Deutscher unter den Toten

Die Attentäter des verheerenden Selbstmordanschlags in Islamabad haben nach Angaben der pakistanischen Behörden auch einen Deutschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 52 Menschen sind ums Leben gekommen, Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach weiteren Opfern.

Bei dem Selbstmordanschlag auf ein Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist auch ein Deutscher getötet worden. Dies erklärte Rehman Malik, ranghoher Mitarbeiter des pakistanischen Innenministeriums, am Sonntag. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte das bisher allerdings nicht bestätigen. "Das Auswärtige Amt geht allen Hinweisen nach", sagte eine Sprecherin. Insgesamt liegt die Zahl der Toten nach Behördenangaben inzwischen bei 52. Unter ihnen auch ein US-Bürger. Der Nachrichtensender Aaj sprach von insgesamt sieben getöteten Ausländern. Rettungskräfte suchten unterdessen in den Trümmern des schwer beschädigten Luxushotels nach weiteren Opfern. Wie Augenzeugen berichteten, wurden am Vormittag (Ortszeit) mehrere Leichen aus dem ausgebrannten Gebäude geborgen. Zudem gebe es 271 Verwundete, darunter mindestens 13 Ausländer, heißt es von Behördenseite. Einige der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand. Mindestens sieben Deutsche wurden verletzt, einer von ihnen schwer, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Die Sprecherin wollte keine Einzelheiten nennen, betonte aber, es gebe weiterhin kein vollständiges Bild der Lage. Zu den verletzten Ausländern gehört auch ein dänischer Diplomat, wie das Außenministerium in Kopenhagen bestätigte. Außerdem wurden sechs Bürger Saudi-Arabiens vermisst.

Nach dem schweren Bombenanschlag drohte Präsident Asif Ali Zardari den Attentätern mit Vergeltung. "Terrorismus ist ein Krebsgeschwür in Pakistan. Und wir sind entschlossen, das Land von diesem Krebsgeschwür zu befreien", sagte Zardari in der Nacht zum Sonntag in einer Fernsehansprache. Man lasse sich von diesen "Feiglingen" nicht einschüchtern. "Pakistaner sind tapfere und furchtlose Menschen, die auch den Tod nicht fürchten", sagte der Präsident. Zu dem Anschlag hat sich bislang niemand bekannt. Die pakistanische Regierung macht jedoch radikalislamische Extremisten für den Anschlag verantwortlich.
Internationales EntsetzenAuch international wurde das Attentat scharf verurteilt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon habe den Familien der Opfern dieses "abscheulichen Angriffs" ebenso wie der pakistanischen Regierung und dem pakistanischen Volk sein tief empfundenes Beileid übermittelt, teilte ein Sprecher Bans am Samstagabend (Ortszeit) in New York mit. Nichts könne den wahllosen Angriff auf Zivilisten rechtfertigen. Nach Ansicht von US-Präsident George W. Bush verdeutlicht der Anschlag die ständige Bedrohung aller, "die sich gegen gewaltsamen Extremismus stellen". Bush sagte der pakistanischen Regierung die Unterstützung der USA im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Verfolgung der Hintermänner des Anschlags zu. Bush bestätigte, dass unter den Todesopfern auch ein US-Bürger sei. Zuvor hatte bereits die französische EU-Ratspräsidentschaft ihr Entsetzen über das "schreckliche" Attentat zum Ausdruck gebracht und der pakistanischen Regierung zugesagt, ihr beim Kampf gegen den Terror "mehr denn je zur Seite zu stehen".

Kurz vor dem Anschlag hatte Präsident Zardari vor dem Parlament in Islamabad dem Terrorismus bereits den Kampf angesagt. "Terrorismus und Extremismus müssen ausgemerzt werden, ganz egal wo und wann sie ihr hässliches Haupt erheben", sagte er.Wie der pakistanische Sender Geo-TV unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, war ein mit etwa 1000 Kilogramm Sprengstoff beladener Lastwagen vor das schwer bewachte Marriott- Hotel gerast, nachdem ein kleineres Fahrzeug zuvor die Sicherheitsabsperrungen vor dem Komplex durchbrochen hatte. Durch die gewaltige Explosion seien auch Gasleitungen beschädigt worden, wodurch dann nahezu das gesamte Hotel binnen kurzer Zeit in Flammen gestanden habe. Die gewaltige Detonation riss einen mehr als drei Meter tiefen Krater in die Straße vor dem Hotel. Rezeption und Teile der Fassade wurden zerstört.Das Marriott-Hotel liegt in einer Hochsicherheitszone im Stadtzentrum von Islamabad, nur etwa 500 Meter von den Residenzen des Präsidenten und des Regierungschefs entfernt. Die Explosion sorgte für Panik im Haus von Premier Yousaf Raza Gilani, der anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan Gäste zum Fastenbrechen eingeladen hatte, berichtete ein Reporter des Fernsehsenders DawnNews. Es war das schwerste Attentat in Islamabad, seit sich das Land Ende 2001 dem US-geführten Krieg gegen den Terrorismus anschloss. Bereits im Januar vergangenen Jahres waren bei einem Selbstmordanschlag vor einem Seiteneingang des Hotels zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden.

DPA/Reuters

Explosive Lage in Köln

Der Anti-Islamisierungskongress sollte eine der größten rechten Kundgebungen seit Kriegsende werden. Kurz vor Beginn sagte die Polizei das Treffen ab. Nun wollen die Islamgegner vor Gericht ziehen
in Köln
Da brüllt er wieder. "Deutschland ist kein freies Land!" skandiert Mario Borghezi von der rechtsextremen Lega Nord, im Europaparlament als Schreihals bekannt. "In Italien hätte sich die Polizei den Autonomen niemals gebeugt!" Borghezi, vorbestraft wegen Brandstiftung, weil er einst die Lager von Einwanderern anzündete, steht auf dem Kölner Heumarkt, vor ihm etwa 50 Anhänger der Bürgerbewegung Pro Köln. Doch der angekündigte Anti-Islamisierungskongress, auf dem der italienische Übervater der Rechtsextremen der Starredner werden sollte, findet nicht statt. Ein Plakat der Veranstalter mit dem Slogan "Stop Islam" baumelt an einer Häuserwand.
Gerade ist die Nachricht durchgedrungen, dass die Polizei die angekündigte Kundgebung der rechtsradikalen Wählervereinigung abgesagt hat, weil die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantiert werden könne. Die Zugänge zum Kundgebungsplatz sind versperrt. Linksautonome haben ringsherum Blockaden errichtet und die Polizei angegriffen. Schlagstöcke und Pfefferspray kamen zum Einsatz, eine "so explosive Lage" sei entstanden, dass die Beamten nach eigener Einschätzung weder die Unversehrtheit der Rechtsradikalen noch die der Bürger hatte garantieren können. "Die Sicherheit unserer Kölner geht vor", sagte ein Polizeisprecher. "Wir können jetzt nicht zusehen, wie ein paar Hundert Besucher dieser Veranstaltung sehenden Auges in eine Schlägerei reinrennen." Jubel dringt aus den Gassen hinter den Barrikaden.
Auf dem Domplatz, wenige Hundert Meter entfernt, hatten sich mehrere Tausend zu einer friedlichen "Demonstration gegen Rechts" versammelt, die sonst wenig gemeinsam haben. Die SPD schwenkt ihre roten Fahnen neben der Linkspartei, den Kommunisten der DKP und der Gewerkschaft der Polizei. Daneben Vertreter katholischer Kirchengemeinden. Sie sehen in dem Kongress die größte rechte Kundgebung in Köln seit Kriegsende, bei der unter dem Deckmantel der Islamkritik Stimmung gegen Ausländer gemacht werden soll. Auch der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) trat auf, erleichtert über das Verbot. "Es ist ein Sieg der Stadt Köln, ein Sieg der demokratischen Kräfte dieser Stadt", sagte er. Am Kölner Flughafen saßen rund 150 Anhänger europäischer nationalkonservativer Parteien fest, die den Kongress organisiert und finanziert hatten: Vertreter der belgischen Vlaams Belang, der österreichischen FPÖ, der italienischen Lega Nord und der französischen Front National.
Ihr Ziel war es, an diesem Wochenende einen Grundstein zu legen, um eine große rechtspopulistische europäische Partei zu gründen mit einer Bruderpartei Pro Köln, die sich als eine Partei Pro Deutschland etablieren soll. Doch ein "deutsches Standbein" zu gründen, wie es Filip Dewinter, Fraktionsvorsitzender der Nationalistischen Vlaams Belang, ausdrückte, scheint offenbar schwieriger als gedacht. Keiner der Organisatoren hatte mit einem solch großen Widerstand gerechnet.
Was der eine als Engagement und Zivilcourage der Kölner feierte, kritisierte der andere als Einschränkung der Meinungsfreiheit. "Ein Kongress im Sinne einer sachlichen Auseinandersetzung um die Frage Islamismus findet doch gar nicht statt", sagt eine Vertreterin des Zentralrats der Ex-Muslime. "Wir sind gar keine Rechtsradikalen", sagt Rentner Theo Kerp aus Köln Ehrenfeld, dem Stadtteil, in dem die Moschee gebaut werden soll. "Aber wir machen uns Sorgen um unsere Nachbarschaft, aber das darf man doch hier gar nicht laut sagen. Islamkritiker werden gleich als Nazis abgestempelt."
Pro Köln will sich nicht mit der Absage der Polizei zufriedengeben und nun gerichtlich durchsetzen, dass die Kundgebung später stattfinden kann. "Wir wollen vom Verwaltungsgericht möglichst schnell feststellen lassen, dass der polizeiliche Notstand widerrechtlich verhängt wurde. Dann machen wir eine Neuauflage des Anti-Islamisierungskongresses", erklärte der Schatzmeister von Pro Köln, Manfred Rouhs. Die Polizei habe seit Langem gewusst, dass einige Zehntausend Gegendemonstranten auftauchen würden, und hätte für ausreichend Sicherheit sorgen müssen. Die Kommunalwahl 2009 im Kopf, wolle Pro Köln sein Ziel erreichen und die Stimmen der Moscheegegner auf sich vereinen - also das tun, was Kritiker ihnen vorhalten: die Ängste vor einem politischem Islamismus für Wahlkampfzwecke mobilisieren.

Quelle: welt.de

Blutiger Anschlag auf Luxushotel

Tödliches Selbstmordattentat in Pakistan: Ein Autobombenanschlag auf das Marriot-Hotel im Zentrum Islamabads hat mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Sechs Deutsche wurden verletzt. Kurz zuvor hatte Präsident Asif Ali Zardari dem Terrorismus noch den Kampf angesagt.

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Samstag mindestens 50 Menschen getötet worden. "Ein mit Sprengstoff beladenes Auto hat das Tor des Marriott gerammt", sagte der städtische Polizeichef Ashgar Raza Gardazi. "Bis jetzt haben wir 50 Leichen geborgen, aber die Zahl kann auch noch höher sein."Rund 200 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, darunter auch sechs Deutsche. Es war das schwerste Attentat in Islamabad, seit sich das Land Ende 2001 dem US-geführten Krieg gegen den Terrorismus anschloss.

Das im Stadtzentrum gelegene, stark gesicherte Hotel mit 290 Zimmern wurde bei dem Anschlag schwer beschädigt und stand anschließend in Flammen. In einem Festsaal im Inneren, in dem sich zum Zeitpunkt der Explosion 200 bis 300 Menschen zum Fastenbrechen aufhielten, brach die Decke herab. "Wir sind nur noch in Deckung gerannt", sagte ein Journalist, der unter den Teilnehmern des Essens war. "Rund um mich herum lagen viele Verletzte."An der Straßensperre vor dem Eingang klaffte im Boden ein großer Krater. Dutzende Autos wurden zerstört, noch mehrere Hundert Meter entfernt wurden Scheiben zerstört und Häuser beschädigt. Das Hotel war in der Vergangenheit schon zwei Mal Ziel von Anschlägen gewesen.Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte Pakistans neuer Präsident Asif Ali Zardari in seiner ersten Rede vor beiden Kammern des Parlaments angekündigt, den Kampf gegen Extremisten fortzusetzen. Diese dürften Pakistan nicht länger als Hinterland für ihre Anschläge in anderen Staaten nutzen. "Wir müssen den Terrorismus und den Extremismus hinausjagen", sagte der Witwer der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Zugleich wandte er sich gegen weitere US-Militäreinsätze im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus auf pakistanischem Staatsgebiet. "Wir werden die Verletzung unserer Souveränität und territorialen Integrität durch irgendeinen Staat bei der Bekämpfung des Terrorismus nicht tolerieren", sagte Zardari. Die US-Regierung verurteilte das Attentat und sicherte der pakistanischen Regierung ihre Unterstützung zu. Der Anschlag sei eine "Erinnerung an die Gefahr, die uns allen droht".Ebenso wie Musharraf gilt der neue Präsident als enger Verbündeter der USA. Extremisten mit Verbindungen zu al Kaida, die ihre Rückzugsgebiete nahe der Grenze zu Afghanistan haben, haben mit zahlreichen Anschlägen auf Offensiven der pakistanischen Sicherheitskräfte reagiert. Die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten stößt aber auch in der pakistanischen Bevölkerung zunehmend auf Widerstand. Dazu haben auch mehrere Vorfälle der vergangenen Wochen beigetragen, bei denen in Afghanistan stationierte US-Truppen Ziele im pakistanischen Grenzgebiet angegriffen hatten.

DPA/AP

Mittwoch, 17. September 2008

Karmann schließt Automobilbau

Aus und vorbei: Der Traditionshersteller Karmann in Osnabrück schließt seine Kernsparte - den Automobilbau. 1700 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Schon länger hatte das Unternehmen, das einst durch den Karmann Ghia bekannt wurde, um Anschlussaufträge für die Produktion gekämpft.

Der Zulieferer Karmann schließt seine Kernsparte Automobil-Auftragsfertigung und streicht bis zu 1700 weitere Stellen. Das Unternehmen werde sich auf Cabriodächer und Entwicklungsdienstleistungen für die Autoindustrie konzentrieren, teilte Geschäftsführer Peter Harbig in Osnabrück mit.Der Umsatz schrumpfe dadurch um eine Milliarde auf rund 500 Millionen Euro. Die Anlagen für die Auftragsfertigung sollen allerdings noch bis nächsten Sommer bestehen bleiben, um sie schnell wieder anwerfen zu können, wenn doch noch ein Auftrag hereinkommen sollte. Auch sei Karmann weiter offen für Partner oder neue Eigentümer in diesem Bereich.

Der in den 50er Jahren durch den legendären Ghia bekanntgewordene Autobauer hatte sich seit Längerem erfolglos um Anschlussaufträge bemüht. Zuletzt hatte die Firma einen herben Rückschlag erlitten, da Volkswagen sein geplantes Golf-Cabriolet nicht in Osnabrück fertigen wird.Die Mitarbeiterzahl reduziert sich durch die Schrumpfkur erneut drastisch. "Es werden weitere 1275 bis 1725 Stellen gestrichen", sagte ein Firmensprecher. Dadurch könnte sich die Belegschaft am Stammsitz auf bis zu 1650 reduzieren. Schon die vorherige Stellenstreichungsrunde kostete zahlreiche Beschäftigte den Job: Zählte das Unternehmen im vergangenen Jahr noch knapp 7000 Beschäftigte weltweit, davon 4200 am Stammsitz, sind es global ab Oktober nur noch 4500.

Quelle: Reuters

Mehr als 612 000 Schmuggel-Zigaretten in Auto gefunden

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Mehr als 612 000 Schmuggel-Zigaretten haben Zöllner heute in einem Kleintransporter auf der Bundesstraße B1 nahe der polnischen Grenze bei Küstrin-Kietz (Märkisch-Oderland) beschlagnahmt. Beamte der Mobilen Kontrollgruppe Oderberg (Barnim) waren am Dienstag auf das Fahrzeug aufmerksam geworden, weil das deutsche Kennzeichen und die angebrachten Zulassungsplaketten nicht übereinstimmten, wie der Zoll heute in Frankfurt (Oder) berichtete. Gegen den Fahrer, einen 30-Jährigen, wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Der entstandene Steuerschaden beträgt an die 106 000 Euro.

HBOS gerettet

Der taumelnde britische Baufinanzierer HBOS kann aufatmen: Der britische Finanzkonzern Lloyds TSB übernimmt für rund 15 Milliarden Euro das Unternehmen. Von einer "Zwangshochzeit" könne keine Rede sein.

Die HBOS-Aktionäre sollen für jede Aktie 0,83 Lloyds-Aktien erhalten. Damit wird HBOS mit insgesamt 12,2 Milliarden Pfund (15,4 Milliarden Euro) bewertet. Oder 232 Pence (2,92 Euro) je Aktie. Das sind etwa 42 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Mittwoch. Prompt sprang die HBOS-Aktie zum Handelsstart am Donnerstag um 29 Prozent nach oben auf fast 190 Pence. Die Papiere von Lloyds fielen dagegen um acht Prozent auf 255 Pence. Gestern war bereits über ein Gebot von Lloyds spekuliert worden. Die BBC hatte von einem möglichen Kaufpreis von 300 Pence je Aktie erfahren.
Neuer britischer Banken-GigantMit der Übernahme entsteht ein neuer Banken-Gigant in Großbritannien. Lloyds TSB und HBOS verfügen zusammen über einen Anteil von fast einem Drittel am britischen Hypothekenmarkt. Dennoch dürften die Wettbewerbshüter den Deal nicht blockieren, weil er von der Regierung unterstützt wird. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hatten die Aktien von HBOS mehr als 70 Prozent ihres Werts verloren. Wegen aufkommender Gerüchte, die Liquidität des britischen Baufinanzierers würde nicht mehr ausreichen, war am Mittwoch die Aktie erneut stark eingebrochen. Erst die Übernahmespekulationen hatten die Kursverluste gemildert. Keine Liquiditätsprobleme? HBOS hatte stets betont, es gebe keine Liquiditätsprobleme. Auch die britische Finanzaufsicht hatte erklärt, die Bank sei sicher und mit ausreichend Kapital ausgestattet. Die britische Hypothekenbank hatte im Zuge der Hypothekenkredit-Krise im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch erlitten und nur noch 931 Millionen Pfund (1,2 Milliarden Euro) verdient. Bei Lloyds war der Gewinn noch stärker zurückgegangen – um 643 Prozent auf 576 Millionen Pfund (725 Millionen Euro). Zu leichtfertig Kredite vergeben Die britischen Hypothekenbanken leiden unter den stark fallenden Hauspreisen in Großbritannien. So gaben die Immobilienpreise in der ersten Jahreshälfte 2008 um 8,5 Prozent nach. Viele Eigenheimbesitzer sind in ernsten Zahlungsschwierigkeiten, da sie der Bank wegen des Preisverfalls inzwischen mehr Geld schulden, als ihre Immobilie wert ist. Die britischen Baufinanzierer haben ähnlich wie ihre Branchenkollegen in den USA in den Boom-Zeiten zu leichtfertig Kredite auch an einkommens- und eigenkapitalschwache Käufer vergeben.

Quelle: boerse.ard.de

Bayern mit glanzlosem Erfolg

Der deutsche Meister Bayern München ist mit einem 1:0-Sieg bei Steaua Bukarest in die Champions League gestartet. Die Münchner überzeugten jedoch nicht.

Der FC Bayern München hat sich nach 17 Monaten verheißungsvoll in der Champions League zurückgemeldet. Der deutsche Fußball-Meister gewann am Mittwochabend verdient mit 1:0 (1:0) beim rumänischen Rekordchampion Steaua Bukarest. Das einzige Tor gegen den überragend haltenden kolumbianischen Torhüter Robinson Zapata erzielte Abwehrspieler Daniel van Buyten vor 18 000 Zuschauern im Staeaua-Stadion bereits in der 15. Minute per Kopf nach Flanke von Bastian Schweinsteiger.

Bei der 12. Teilnahme an der europäischen Königsklasse starteten die Bayern zum achten Mal mit einem Sieg und können in den folgenden Heimspielen in der Vorrunden-Gruppe F gegen Olympique Lyon (30.September) und den AC Florenz (21. Oktober) bereits frühzeitig die Weichen zum Einzug ins Achtelfinale stellen.Die Bayern starteten selbstbewusst und hoch konzentriert in ihr Comeback in Europas Königsklasse und spielten ihre größere individuelle Klasse aus. Bei Dauerregen diktierte der Bundesliga- Zweite zwar klar das Geschehen, ging aber recht fahrlässig mit den sich bietenden Torchancen um und musste so bis zum Schluss um die drei Punkte bangen. „Teufelskerl“ Zapata brachte Champions League- Debütant Luca Toni in seinem 50. Pflichtspiel für die Bayern schier zur Verzweiflung und verhinderte zwei sicher scheinende Treffer des Italieners (35./66.). Tonis Nebenmann Miroslav Klose erhielt kurz vor der Pause einen Tritt gegen den Oberschenkel und wurde mit Blick auf den Bundesliga-Schlager am Wochenende gegen Werder Bremen mit Wiederbeginn durch Lukas Podolski ersetzt.Klose vergibt die erste ChanceKlose hätte schon in der 3. Minute für einen Auftakt nach Maß sorgen können. Nach einem Solo über das halbe Spielfeld und Doppelpass mit Philipp Lahm scheiterte der Nationalstürmer aber am glänzend reagierenden Zapata. Den verdienten Führungstreffer nach einer Viertelstunde leitete Schweinsteiger mit einer präzisen Freistoß-Flanke auf van Buyten ein, der den Ball mit dem Kopf in die lange Ecke zirkelte. Der Belgier war im letzten Auswärtsspiel der Bayern in der europäischen Eliteliga im April 2007 beim AC Mailand sogar gleich zweimal erfolgreich gewesen.Der Europacup-Sieger von 1986 brachte die Dreier-Abwehrkette der Bayern um den umsichtigen Martin Demichelis nur selten in Verlegenheit und suchte sein Heil vor allem mit Distanzschüssen. In der 21. Minute ließ Michael Rensing einen Versuch von Florin Lovin nach vorne abprallen und hatte Glück, dass der nachsetzende Antonio Semedo nur das Außennetz traf.Rensing mit großem GlückGeradezu Dusel hatte der Kahn-Nachfolger zehn Minuten später, als er irritiert von Demichelis den von Dayro Moreno aus spitzem Winkel abgefeuerten Ball mit dem Fuß gerade noch an den Pfosten des eigenen Tores lenken konnte. Wesentlich mehr Arbeit hatte auf der Gegenseite der Kolumbianer zu verrichten, der seine Mannschaft mit Reflexen gegen Toni (35.) und Schweinsteiger (36.) vor weiteren Treffern bewahrte.

Im zweiten Durchgang ließen die Münchner die Zielstrebigkeit im Abschluss vermissen und wären in der 58. Minute beinahe dafür bestraft worden. Doch Rensing lenkte den Schuss des Brasilianers Arthuro an den Pfosten. Die vorzeitige Entscheidung vergab Podolski (62.), der Zapata aus 16 Metern ebenfalls nicht bezwingen konnte. 14 Minuten vor dem Ende stand Rensing noch einmal das Glück zur Seite, als der dänische Unparteiische Claus Bo Larsen bei einer Toraktion von Janos Szekely gefährliches Spiel pfiff.


pw/dpa